Stille Wasser
Es geht nur noch um dich, sagst du und ich sage: ja.
Ja, sage ich, weil es zur Zeit nur noch um mich, nur um mich (aus wohlgemerkt keiner anderen als nur meiner Perspektive), doch für dich ist da selbstverständlich etwas faul.
Das schreit doch zum Himmel, sagst du, da hör dir doch einfach mal zu und ich sage: Ja.
Ja, sage ich, ich höre in mich rein und dir höre ich (nebenbei bemerkt) ebenfalls zu und so sollte das laut meiner Therapeutin gerade gar nicht sein. Es ging bis dato um dich und nun soll wenigstens ich (dies eine mal nur) für mich.
Ja, dann sei doch für dich, deine Therapeutin ist ja selber, das merkst du nur nicht, weil du immer nicht merkst, wenn dich eine oder einer nur für sich ...
Du schmollst. Ich starre auf mein nicht vorhandenes Ich.
Meine Therapeutin würde sich indessen freuen, ebensolches hat sie mir als Möglichkeit ("Es könnte sein, es muss nicht und wenn ich irre, dann freue ich mich für Sie!) prophezeit und ich schlucke.
Ich schlucke dich, wie ich seit gefühlt tausenden von Jahren schlucke, schwer schlucke und hart schlucke und nicht mehr gewillt bin, (es) zu schlucken.
Ich brauch nur mich und nun brauch ich mein Ich.
Es geht hier und heute für mein Ich um mich. Weil ich sonst...
Weil du sonst? Was? Ja, was? Weil du sonst die arme Schnepfe, die nicht richtig pfeifen kann aber Tonleitern trällert oder sonst was bist? Gib acht, gib nur fein auf dich acht, denn ich könnte auch anders, alle könnten auch anders, aber das weißt du, das weißt du, was für eine Kröte du bist und du weißt ja, weißt ja sehr genau, was aus einer Kröte hätte werden können, wenn ich, nein, wenn wir alle ...
("Aus der wunderbaren Kladde, 2026)

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