Was wir lieben
Eine Stille, die sich zeigt, unverstellt und unmittelbar, mit dem Blick in den Herbst hinein, diese Stille, die im Duft eines feuchten, hintergründigen Verrottens zur Ruhe kommt, ein Moderduft aus lebendigen Materialien, die emporschweben, leicht, ohne Furcht, wissend, wie die alte Kastanie, die ihren Blättern ein Fallen zugesteht, ohne Trauer, schmerzlos, ihre Frucht der Erde weiht. Über allem das Ungewisse, das trostlos trostreiche ewige Grau eines nicht vorhanden zu scheinenden Himmels, eine Transparenz aus Unfarbe, tonlos, totlos ...Die Kirchturmuhr, die keine ist, beruhigend dennoch dazu, der Ton einer Glocke, zur halben und zur vollen Stunde. Orientierung in der Orientierungslosigkeit, ein Klang, der die Stille nicht stört. Die Partitur der Gänse, ganz hoch oben, aufgereiht als schwarze Punkte, irgendwann das Blickfeld verlassend, nur ihr Getöse sucht noch eine Weile den Anschluss, als seien es Geisterschreie, die niemand zu gehören scheinen.
Der Hinterhof - eine sanfte, schläfrige Wildnis, eine Erinnerung in der Gegenwart, eine ewige Wiederkehr, eine Berührung, ein Rauschen und Rascheln, ein Zeugnis von etwas, das nichts bezeugen will. Eine leise Bewegung im unerklärlichen Raum, ein Federstrich, eine Halluzination, ein Rausch, ein leuchtendes Alltags-Glück, eine Liebe, die sich verströmt, halb schlafend, halb träumend, ganz da, ganz nah. Immerzu.

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